
Tiere im Krieg
Ein Abend im Stadtmuseum. Marcel Beyer und Jan Mohnhaupt im Gespräch mit Dr. Christina Ludwig
Tiere spielten im Zweiten Weltkrieg eine vielfältige und oft tragische Rolle: Sie wurden in militärischen Operationen als Transportmittel, Kommunikationsmedium oder sogar als Waffe eingesetzt. Gleichzeitig wurden Tiere instrumentalisiert und symbolisch aufgeladen. Der Dresdner Autor Marcel Beyer nähert sich den Themen Krieg und Gewalt in Vergangenheit und Gegenwart über die literarische Auseinandersetzung mit Tieren. In seinen Romanen »Flughunde« (1995) und »Kaltenburg« (2008) wird das Leid der Tiere im Zweiten Weltkrieg, insbesondere im zerbombten Dresden, immer wieder thematisiert. In »Die tonlosen Stimmen beim Anblick der Toten auf den Straßen von Butscha« führt Marcel Beyer den Leser an die stummen Zeugen des Krieges in der Ukraine heran.
Der Journalist und Sachbuchautor Jan Mohnhaupt analysiert in seinen Büchern »Von Spinnen und Menschen. Eine verwobene Beziehung« (2024), »Tiere im Nationalsozialismus« (2020) und »Der Zoo der Anderen« (2017) die Mensch-Tier-Beziehung. Mit Blick auf Diktaturen geht es darin um die ideologische Instrumentalisierung von Tieren und zugleich um die Widersprüchlichkeit von Politik und Privatheit.
Beide Autoren nähern sich dem Thema aus unterschiedlichen Perspektiven – Beyer literarisch-symbolisch, Mohnhaupt historisch-analytisch – und beleuchten so die komplexe Mensch-Tier-Beziehung im Zweiten Weltkrieg.
Moderation: Dr. Christina Ludwig, Direktorin des Stadtmuseums
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe »Dresden 1945 – Menschen der Stadt zwischen Untergang und Neubeginn« statt. Sie ist eingebettet in das Gedenkjahr Dresden 2025 – Zukunft durch Erinnerung. Mit unterschiedlichen Formaten und Veranstaltungen soll dabei die Perspektive auf das Gesamtjahr 1945 erweitert werden.

111. Jahrestag der Schiller-Denkmale in Dresden und Leipzig
Open-Air-Veranstaltung am Schillerdenkmal Dresden
Ab 14:00 Uhr kann die Denkmal-Rotunde mit den 9 Reliefs zu Schillers Werken besichtigt werden & die Vereine laden an Ständen zu Information und Austausch ein.
Ab 17:00 Uhr
Würdigung Schillers, Vorstellung des Leipziger und des Dresdner Denkmals in Wort und Bild – mit Chor-Auftritt, Spielszenen von Schillers Werken zu den Denkmal-Reliefs und vielem anderen mehr
Eine Veranstaltung des Schillervereins Leipzig e. V. und des Schiller & Körner in Dresden e. V.
- Eintritt frei, Spenden erwünscht
- Ort: Jorge-Gomondai-Platz, 01097 Dresden (bei Regen ab 17:00 Uhr im Erich Kästner Haus für Literatur, Antonstraße 1)

Die Poincaré-Vermutung – eine diskrete Perspektive
Mathematik im Gespräch
Mit seinem Beweis der Poincaré-Vermutung löste der Mathematiker Perelman 2002 das bislang einzige der sieben Millenniumprobleme des Clay-Instituts.
Der Vortrag präsentiert eine neue Sichtweise auf diesen berühmten Satz und macht seine Ideen mit einfachen Konzepten zugänglich – ein 3D-Drucker und ein Gummiband genügen.
Johannes Carmesin ist Professor für diskrete Strukturen und untersucht ein breites Spektrum an Themen der diskreten Mathematik sowie der Topologie & Theoretischen Informatik.
Im Gespräch mit Andreas Thom geht er der Frage nach, inwieweit sich Perelmans Durchbruch algorithmisch verwerten lässt und welche Möglichkeiten sich daraus für die Lösung noch offener Probleme der diskreten Mathematik und der Informatik ergeben.
- Mit Prof. Dr. Andreas Thom (TU Dresden)
- Zu Gast: Prof. Dr. Johannes Carmesin (TU Bergakademie Freiberg)

Von Rollen und Mythen. Frauen im Bombenkrieg
Ein Abend im Stadtmuseum. Dr. Leonie Treber und Dr. Sabine Kalff im Gespräch mit Oliver Reinhard
Der Zweite Weltkrieg stellte die traditionelle Rolle der Frau in Frage: Die Anforderungen des Krieges führten zu einer deutlichen Ausweitung der Frauenarbeit in den verschiedensten Bereichen, nicht zuletzt in der Rüstungsindustrie und in aktiven militärischen Einheiten. Nach den zahlreichen Bombenangriffen auf deutsche Städte in den letzten Kriegsmonaten gewannen Frauen auch beim Wiederaufbau an Bedeutung.
Die Darmstädter Historikerin Dr. Leonie Treber legte 2014 mit ihrem Buch »Mythos Trümmerfrauen. Von der Trümmerbeseitigung in der Kriegs- und Nachkriegszeit und der Entstehung eines deutschen Erinnerungsortes« eine Studie zum Einsatz von Trümmerfrauen nach dem Zweiten Weltkrieg vor und hinterfragte kritisch die gängige Vorstellung von Trümmerfrauen als Heldinnen des Wiederaufbaus im deutsch-deutschen Vergleich. Dr. Sabine Kalff, Literatur- und Kulturwissenschaftlerin an der Humboldt-Universität zu Berlin, beschäftigt sich intensiv mit Frauen im Luftkrieg in Deutschland von 1925 bis 1945. Ihre Forschung beleuchtet nicht nur weibliche Bombenopfer, sondern auch aktive Teilnehmerinnen am Luftkrieg, insbesondere Pilotinnen.
Anhand von Zeitzeuginnenberichten, zeitgenössischen Fotografien und Rezeptionsdebatten geht der Abend den Rollen und Mythen von Frauen im Bombenkrieg nach.
Die Veranstaltung findet statt im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Dresden 1945 – Menschen der Stadt zwischen Untergang und Neubeginn« des Geschäftsbereichs für Kultur, Wissenschaft und Tourismus, des Amtes für Kultur und Denkmalschutz und des Stadtmuseums Dresden

»Im Wald nur lebt sich`s froh!«
Carl Maria von Webers Oper »Silvana« als Inszenierung der Landesbühnen Sachsen
MAKING-OF mit Podiumsgespräch und musikalischer Umrahmung
Carl Maria von Webers frühe Oper »Silvana« trägt bereits Züge des »Freischütz«. Die relativ unbekannte Oper wird in einer Neuinszenierung der Landesbühnen Sachsen anlässlich des Jubiläumsjahres 2026 gezeigt.
Regisseur Hinrich Horstkotte führt gemeinsam mit Künstlern der Landesbühnen Sachsen in das Werk ein.
- Eintritt: 15 € / ermäßigt 13 €
- Bitte reservieren Sie rechtzeitig online oder telefonisch beim Besucherservice der Museen der Stadt Dresden unter 0351 488 7272 (MO – FR).