Vielfalt zeigen,
Bildung erleben

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Datum

Do / 8. Okt
19:00
AI generated: The image shows a person in an indoor area wearing glasses and a reddish-brown shirt. The background is blurred and suggests a busy or spacious environment.
Nietzsche global. In 80 Übermenschen um die Welt

Lesung und Diskussion mit Professor Elmar Schenkel

Kein anderer Philosoph scheint eine so große Anziehungskraft zu haben wie Friedrich Nietzsche. Der ganze Globus hat sich an ihm abgearbeitet: Künstlerinnen wie Poeten, Politiker, Philosophinnen oder Popstars. Elmar Schenkel begibt sich auf Spurensuche der Nietzsches, die in den letzten 150 Jahren in vielen Kulturen der Welt entstanden sind – und erfährt viel über Menschen und Gesellschaften.

Evangelische Erwachsenenbildung Dresden, Evangelische Akademie Sachsen in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden

  • Moderation: Dr. Panja Lange
  • Eintritt 6 €, ermäßigt 4 €
Do / 15. Okt
19:00
KI generiert: Das Bild zeigt eine Frau mit lockigem Haar und einem Haarband, die auf einem Stuhl sitzt. Im Hintergrund ist ein buntes, detailreiches Kunstwerk zu sehen.
Dorothea Grünzweig

kein schaukeln mehr in der dunkelheitswiege

Dorothea Grünzweigs neuer Band »Erfasst von dieser Nachtverwandlung« führt ihre poetische Erkundung der finnischen Landschaften und Jahreszeiten eindrucksvoll fort. Ausgangspunkt ist Kaamos, die sonnenlose Winterzeit des Nordens – ein Zustand zwischen Dunkelheit, Stille und innerer Weitung. Grünzweigs Gedichte kreisen suchend und tastend um dieses Geheimnis, ohne sich je zu erschöpfen. Ihre Sprache wird vielfältiger, zugleich exemplarischer.

Grünzweigs poetische Kraft entsteht aus einer Sprache, die ohne modische Neologismen auskommt und dennoch neu wirkt. Ihre Wortschöpfungen – »dunkelheitswiege«, »lauschschleier«, »grasvergnügte kühe« – scheinen aus einem uralten Naturkosmos zu stammen. Ihre Metaphern sind nie konstruiert, sondern aus Erfahrung gewonnen: Die Gedichte stehen in einem tiefen Einverständnis mit der Natur, ohne sie zu mystifizieren. Grünzweig schreibt als Fragende, nicht als Wissende; ihre Suche nach einer »heiligen Sprache« ist Ausdruck von Nähe, nicht von Ritual.

Die freie Rhythmik ihrer Gedichte ist erfühlt, nicht erdacht. Alliterationen, Binnenreime und Anspielungen – auf Bibel, Kirchenlied, Rilke – fügen sich organisch ein und öffnen die Texte in größere Zusammenhänge. Themen des Bandes reichen von der Bewahrung der Schöpfung über die existenzielle Stimmung während einer Pandemie bis hin zur realen Sorge vor einem Krieg in Finnland. Andere Gedichte widmen sich dem Tierwohl, etwa in den »kuhlobliedern«, die die Nähe zwischen Mensch und Tier neu ausloten.

Wer sich auf Grünzweigs Gedichte einlässt, begegnet einer Sprache, die sich aus der Natur heraus erneuert – weit, innerlich, hellhörig. Eine Poesie, die uns wieder in die Welt zurückführt.

  • Eintritt 8 €, ermäßigt 5 €

Literarische Arena e. V. in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Akademie Sachsen und den Museen der Stadt Dresden.

Do / 22. Okt
19:00
KI generiert: Das Bild zeigt eine ältere Frau mit grauem Haar und Brille, die an einem Tisch sitzt und offenbar an einer Veranstaltung oder Diskussion teilnimmt. Sie spricht in ein Mikrofon, während eine Pflanze im Hintergrund zu sehen ist.
Zsuzsanna Gahse

Spielbeginn. Verrutschungen

Zsuzsanna Gahse zählt zu den markantesten Stimmen der literarischen Avantgarde. Ihre Texte bewegen sich zwischen Lyrik und Prosa, sind leicht, fragmentarisch, dialogisch – und stets von einer besonderen Sprachprägnanz. In Dresden ist sie seit ihrer Chamisso-Poetikdozentur 2008 immer wieder präsent.

Ihr neues Buch »Spielbeginn. Verrutschungen« entfaltet sich wie ein Theaterstück: Figuren warten – wie bei Beckett – und sprechen über Sinn, Sprache und Verwandlung. Doch Gahse zeigt die Gegenbewegung zum Verstummen: Aus Tönen entstehen Silben, Worte, Sätze, Zusammenhänge. Sprache wird zum Experimentierfeld. »Erzählinseln« und »Störe« strukturieren den Text, kurze Einsprengsel, die ganze Geschichten anstoßen können.

Auf der Bühne agieren »Die Grünen«, zehn nummerierte Figuren, die improvisierend Gedanken austauschen. Antons verlorenes Notizbuch bildet den zweiten Teil des Buches und gibt Einblick in die geplante Dramaturgie: Sprache als Pilzgeflecht, Gespräche in Stille, Missverständnisse durch »Verrutschungen«.

Wer sich auf »Spielbeginn« einlässt, begegnet dem Abenteuer der Sprache selbst: der Möglichkeit, aus Hörerlebnissen eine neue Sprache zu erfinden. 

Eintritt 8 €, ermäßigt 5 €

Literarische Arena e. V. in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Akademie Sachsen und den Museen der Stadt Dresden.