
Jayne-Ann Igel
Lesereihe »Schreibspuren«
Woher kommt ein Schriftsteller? Welche Bücher, Klänge und Bilder begleiten ihn – und wann werden Einflüsse zu einer eigenen literarischen Sprache? Diesen Fragen geht die Lesereihe »Schreibspuren« nach. Zum Auftakt ist die Dresdner Dichterin Jayne-Ann Igel zu Gast.
Jayne-Ann Igel hat eine eigene poetische Sprache entwickelt, in der Landschaft zum Resonanzraum von Geschichte und persönlicher Erfahrung wird, während die Sprache selbst nie selbstverständlich ist, sondern immer wieder neu gesucht und erprobt wird.
Wer ihrem Schreiben auf die Spur kommen möchte, begegnet einer Vielzahl literarischer Stimmen. Eine besondere Bedeutung haben dabei Elias Canetti, Virginia Woolf und Paul Verlaine. Elsa Morantes »Traumtagebuch« wurde für Jayne-Ann Igel zu einem wichtigen Impuls, sich selbst mit dem Aufzeichnen und literarischen Festhalten von Träumen zu beschäftigen. Unter den deutschsprachigen Dichtern nehmen insbesondere Sarah Kirsch, Elke Erb und Johannes Bobrowski einen wichtigen Platz ein. In diesen Texten begegnen ihr Fragen, die für ihr eigenes Schreiben wichtig sind.
Im Gespräch mit Jayne-Ann Igel geht es um solche literarischen Wegmarken und Wendepunkte ihrer Schreibbiografie. Igel stellt Texte vor, die für sie wichtig waren und erzählt von den Spuren, die sie in ihrem eigenen Schreiben hinterlassen haben.
Moderation: Patrick Wilden
- Eintritt 8 €, ermäßigt 5 €
Eine Kooperation der Literarischen Arena e. V., der Evangelischen Akademie Sachsen und den Museen der Stadt Dresden
Diese Veranstaltung wird gefördert durch die Landeshauptstadt Dresden.

Paul Aron – ein jüdischer Musiker und Dresdner Konzertveranstalter
Zum Jahr der jüdischen Kultur
1886 wurde der vielseitige Komponist und Dirigent Paul Aron in Dresden geboren. Er studierte bei Max Reger und initiierte in Dresden die Musikreihe „Neue Musik Paul Aron“. 1933 floh er zunächst in die Tschechoslowakei, später nach Kuba und in die USA, wo er verstarb. Prof. Dr. Matthias Herrmann stellt Leben und Wirken des Komponisten vor.
- Mit Prof. Dr. Matthias Herrmann (Vortrag)
- Eintritt: 10 € / ermäßigt 8 €
- Bitte reservieren Sie rechtzeitig online oder telefonisch beim Besucherservice der Museen der Stadt Dresden unter 0351 488 7272 (MO – FR).
- In Kooperation mit dem Sächsischen Musikverein e. V.

Der Tod als Strafe
Galgen, Rad und Schwert – Richtstätten des Mittelalters und der Neuzeit
Archäologisch erfasste Richtstätten gehören noch immer zu den seltenen Befunden im Bereich der Rechtsarchäologie. Schriftliche Quellen lassen erkennen, dass seit dem Mittelalter auf weithin sichtbaren Plätzen öffentlich gerädert, geköpft und ertränkt wurde. Doch was passierte nach der Hinrichtung mit den Opfern? Ein christliches Begräbnis wurde ihnen häufig verwehrt, so dass ihre Überreste an Ort und Stelle »verlocht« wurden. Fesselungen der Toten, atypische Körperhaltungen und die Beschwerung mit Steinen weisen zudem auf die Angst der damaligen Gemeinschaft vor der Wiederkehr der Toten hin.
- Mit Dr. Marita Genesis, Potsdam

»Auf die Barrikaden!«
Stürmische Ereignisse im Mai 1849 in Dresden
Im 19. Jahrhundert strebte das wirtschaftlich erstarkende Bürgertum nach mehr persönlichen Rechten, Freiheiten und politischer Mitsprache – auch in Dresden. Bilder, Dokumente und Berichte von Akteuren und Beobachtern schildern anschaulich und hautnah die Ereignisse des Jahres 1849 in Dresden.
- Mit Lutz Reike (Vortrag)
- Eintritt: 10 € / ermäßigt 8 €
- Bitte reservieren Sie rechtzeitig online oder telefonisch beim Besucherservice der Museen der Stadt Dresden unter 0351 488 7272 (MO – FR).

Catilina-Dramen im Umkreis der europäischen Revolution von 1848/49
Alexandre Dumas, Henrik Ibsen und Ferdinand Kürnberger schrieben im Kontext der europäischen Revolution sogenannte Catilina-Dramen. Lucius Sergius Catilina war ein römischer Verschwörer, der versucht hatte, mit Gewalt Macht zu erlangen und letztendlich scheiterte. Die traditionelle Perspektive auf den „Bösewicht“ erfährt in den literarischen Werken geradezu stufenweise eine Umwertung – allerdings nicht traditionslos: Im 18. Jahrhundert standen Prosper Jolyot Crébillon und Voltaire gegen Giambattista Casti und Antonio Salieri.
- Mit Dr. Jürgen Klose (Vortrag)
- Eintritt: 10 € / ermäßigt 8 €
- Bitte reservieren Sie rechtzeitig online oder telefonisch beim Besucherservice der Museen der Stadt Dresden unter 0351 488 7272 (MO – FR).
- In Kooperation mit der Dresdner Goethe-Gesellschaft e.V.

Die Faust war eine geöffnete Hand mit fünf Fingern
Lyrikabend anlässlich des Jahres der jüdischen Kultur
Jehuda Amichai (1924 - 2000) gilt als einer der großen hebräischen Lyriker des 20. Jahrhunderts. Seine Gedichte handeln von Liebe, Verlust, Krieg und dem unerschütterlichen Glauben an den Menschen.
Mit »Die Faust war eine geöffnete Hand mit fünf Fingern« bringen seine Tochter Emanuella Amichai, der Schauspieler und Regisseur Bernhard Stengele und Robert Herrmann nun einen eindringlichen Dialog zwischen Israel und Deutschland auf die Bühne. Gemeinsam verbinden sie Poesie, Musik und persönliche Erzählung zu einem dichten künstlerischen Erlebnis.
Die hebräischen Originaltexte Amichais treffen auf ihre deutsche Interpretation durch Bernhard Stengele und schlagen so die Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Erinnerung und Verantwortung. Robert Herrmann begleitet den Abend improvisatorisch am Klavier und öffnet einen musikalischen Raum, in dem Amichais Lyrik neu klingt.
- Eintritt: 15 € / ermäßigt 13 €
- Bitte reservieren Sie rechtzeitig online oder telefonisch beim Besucherservice der Museen der Stadt Dresden unter 0351 488 7272 (MO – FR).

Carl Maria von Webers Verhältnis zum Judentum im Spannungsfeld von Vorurteil und Aufklärung
Zum Jahr der jüdischen Kultur
Im 19. Jahrhundert war der Antisemitismus stark verbreitet. Auch einige Musiker und Künstler äußerten sich öffentlich antisemitisch – allen voran Richard Wagner. Dass auch Carl Maria von Weber und seine Familie antisemitisch eingestellt waren, wird vor allem in Webers angespanntem Verhältnis zu seinem Verleger Schlesinger deutlich. Prof. Dr. Schmuhl untersucht erstmalig die Quellenlage zu diesem Thema.
- Mit Prof. Dr. Hans-Walter Schmuhl (Vortrag)
- Eintritt: 10 € / ermäßigt 8 €
- Bitte reservieren Sie rechtzeitig online oder telefonisch beim Besucherservice der Museen der Stadt Dresden unter 0351 488 7272 (MO – FR).
- In Kooperation mit dem Sächsischen Musikverein e. V.

Elemente einer Neuen Philosophie
Die »Neue Philosophie« begründet eine neue Richtung der Philosophie. Sie ist ein axiomatisch fundiertes, konsistentes, minimales und allgemein verständliches System philosophischer Grundbegriffe und Methoden. Es beruht auf einer Analyse der Bedeutungen und Verwendungen von Begriffen in der Alltagssprache und in philosophischen Texten. Im Vortrag werden Grundideen des Herangehens und ausgewählte Elemente des Systems zur Diskussion gestellt, insbesondere Aspekte des Begriffs »Gegensatz« und Beispiele für seine Anwendungen in Philosophie, Politik und Alltag.
- Mit Prof. Hans-Dieter Sill, Rostock

Der deutsch-arabische Lyriksalon 2026
Verständigung und Versöhnung werden in einer Welt zunehmender Konfrontation immer wichtiger. Aufgrund ihrer Universalität und der Sinnlichkeit ihrer Metaphern ist die Sprache der Poesie in der Lage, einen lebendigen Dialog zwischen den Kulturen zu stiften.
Der von dem deutschsprachigen, aus Syrien stammenden Dichter und bildenden Künstler Fouad EL-Auwad ins Leben gerufene und von ihm seit 2005 jährlich organisierte deutsch-arabische Lyrik-Salon soll ein Beispiel dafür sein. Er schafft Jahr für Jahr für die Möglichkeit, dass sich die Kulturen auf literarischer Ebene begegnen und eine neue Brücke zwischen der arabischen und der europäischen Welt bauen. Jetzt kommt der deutsch-arabische Lyrik-Salon zum bereits fünften Mal nach Dresden.
- Musik: Razgar Karim (Oud)
- Eintritt: 8 €, ermäßigt 6 €
Eine Veranstaltung des Literaturforums Dresden e. V. in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden und dem deutsch-arabischen Lyriksalon

Universale Spuren – Schrifttraditionen im Dialog der Kulturen
Schrift ist weit mehr als ein Mittel der Kommunikation. Sie ist Trägerin kultureller Erinnerung, religiöser Überlieferung und gesellschaftlicher Identität. Die Kunstwissenschaftlerin und Konzeptkünstlerin Jahna Dahms beleuchtet Schrifttraditionen unterschiedlicher Kulturen, ihre historischen Ursprünge, symbolischen Bedeutungen und ästhetischen Ausdrucksformen. Im Mittelpunkt stehen die Verbindungen zwischen Schrift, Kunst und kulturellem Gedächtnis sowie die Frage, wie Schrift über geografische, religiöse und zeitliche Grenzen hinweg zum Medium des Dialogs wird.
- Mit Jahna Dahms

Chinas Astronomie-Geschichte, Teil 2
Die Kosmos-Modelle der chinesischen Astronomie bis zum 17. Jahrhundert
Im 17. und 18. Jahrhundert wurden den Chinesen durch Jesuiten erstmals die europäischen astronomischen Vorstellungen bekannt: Neben dem geozentrischen Weltbild hörten sie vom tychonischen (in dem sich die Sonne mit den Planeten um die Erde bewegt) und vom heliozentrischen System. Dies führte zu einer fundamentalen Änderung der traditionellen Astronomie in China. Anders als im antiken Griechenland wurde im alten China niemals ein tiefgreifendes geozentrisches Weltbild entwickelt, geschweige denn eines, das den anderen beiden vergleichbar ist. Welche Kosmos-Modelle gab es in der traditionellen Astronomie Chinas und wie unterschieden sie sich von den westlichen Vorstellungen?
- Mit Dr. Xian Wu

Marcel Beyer
Lesereihe »Schreibspuren«
Woher kommt ein Schriftsteller? Welche Bücher, Klänge und Bilder begleiten ihn – und wann werden Einflüsse zu einer eigenen literarischen Sprache? Diesen Fragen geht die neue Lesereihe »Schreibspuren« nach. Nach Jayne-Ann Igel ist der Dresdner Schriftsteller und Dichter Marcel Beyer zu Gast.
Marcel Beyers Schreiben ist aus einem weit verzweigten Netz von Lektüren und Begegnungen hervorgegangen. Eine besondere Bedeutung hat dabei die österreichische Schriftstellerin Friederike Mayröcker, mit deren Werk er sich bereits während seines Studiums intensiv beschäftigte. Auch Autoren wie Ernst Jandl, Paul Celan und Oskar Pastior gehören zu den literarischen Stimmen, die seinen Weg begleitet haben. Hinzu kommen Einflüsse aus der französischen Literatur, von Michel Leiris und Francis Ponge bis Georges Perec und Claude Simon, aber auch von William S. Burroughs und dessen experimentellen Verfahren.
Seine künstlerische Sozialisation reicht dabei weit über Bücher hinaus. Musik und die Arbeit mit Klang und Stimme haben sein Schreiben ebenso geprägt. In den 1990er Jahren schrieb er für das Magazin SPEX und beschäftigte sich mit Verfahren, bei denen Sprache nicht nur Bedeutung trägt, sondern auch Material ist, das bearbeitet, zerlegt und neu zusammengesetzt wird. Das Interesse an Sprache, Stimme, Bild und medialer Vermittlung bildet einen roten Faden, der sich durch sein Schreiben zieht.
Im Gespräch mit Marcel Beyer geht es um solche literarischen Wegmarken und Wendepunkte seiner Schreibbiografie. Beyer stellt Texte vor, die für ihn wichtig waren, und erzählt von den Spuren, die sie in seinem eigenen Schreiben hinterlassen haben.
Moderation: Richard Stratenschulte
- Eintritt 8 €, ermäßigt 5 €
Eine Kooperation der Literarischen Arena e. V., der Evangelischen Akademie Sachsen und den Museen der Stadt Dresden
Diese Veranstaltung wird gefördert durch die Landeshauptstadt Dresden.